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FAQ
Häufig gestellte Fragen zur
Rohernährung
von Swanie Simon
Flink aus dem Hause des Guten
(1978) |
1. Ist es besser
sofort oder langsam auf Rohfutter umzustellen?
2. Kann ich
Fertigfutter und Rohfutter mischen?
3. Wie viel muss ich
füttern?
4. Wie stelle ich
am besten meinen älteren Hund um?
5. Was ist mit
Salmonellen?
6. Was ist eine
"Entgiftung"?
7. Mein Hund trinkt
jetzt weniger Wasser - sollte ich besorgt sein?
8. Warum wird
empfohlen Fleisch und Getreide zu trennen?
9. Kann man
Getreide füttern?
10. Muss ich
wirklich alles an Nahrungsergänzung beifüttern?
11. Woher weiß ich
welche Nahrungsergänzungsmittel zu füttern sind?
12. Wofür ist
Apfelessig gut?
13. Wofür sind
Meeresalgen gut?
14. Wann sollte
ich eine Kräutermischung füttern?
15. Wofür ist
Neuseeland Grünlipp Muschelextrakt gut?
16. Braucht der
Hund unbedingt Vit. C?
17. Wofür sind
Verdauungsenzyme?
18. Was sind
probiotische Kulturen und wofür sind sie gut?
19. Womit kann ich
Kalzium ergänzen außer Knochen und Eierschalen?
20. Kann ich Fisch
füttern?
21. Mein Hund frisst sein Gemüse nicht - was soll ich tun?
22. Warum muss ich
das Gemüse pürieren?
23. Kann ich
Fleisch und Gemüse mischen?
24. Sind
Hühnerknochen nicht gefährlich?
25. Mein Hund
schlingt sein Futter - was tun?
26. Kann ich
Schweinefleisch füttern?
27. Wie viel
Kalzium, wie viel Phosphor?
28. Mein Hund hat
weniger Stuhlgang - ist das normal?
29. Mein Hund hat
weißen Stuhlgang - ist das normal?
30. Mein Hund ist
verstopft - was nun?
31. Warum hat mein
Hund jetzt Durchfall?
32. Mein Hund hat
Schleim um den Stuhl - was ist das?
33. Mein Hund
bricht sein Futter - was tun?
34. Fasten - ja,
nein, wie oft?
35. Wie taue ich
das Fleisch am besten auf?
36. Kann ich das
Fleisch in der Mikrowelle auftauen?
37. Ist es
möglich, dass mein Hund eine Fettsäurenallergie hat?
38. Wie soll ich
bei Reisen roh füttern?
39. Was ist mit
der Gefahr einer Magenumdrehung?
40. Rohfleisch
macht böse - oder nicht?
41. Was kann ich
als "Leckerli" geben?
42. Muss denn nicht
jede Mahlzeit ausgewogen sein?
43. Welches Öl
soll ich füttern?
44. Ist Knoblauch
wirklich so gesund?
45. Warum
empfehlen so viele Futterpläne Huhn?
46. Mein Hund frisst seinen Kot - warum?
47. Sind ganze
Eier nicht ungesund?
48. Kann ich
Welpen von Anfang an roh Ernähren?
49. Welche Knochen
kann ich füttern?
50. Kann ich meine
Katze roh ernähren?
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Nicht nur große Hunde mögen Knochen
hier Carina (20.04.1969 - 30.06.1988)
und Kuno von der Mödelsbacher Perle
(16.07.1978 - 10.02.1980 verstorben
durch Rattengift) Bild vom 24.12.1979 |
1. Ist es besser sofort oder langsam
auf Rohfutter umzustellen?
Im
allgemeinen kann man die Ernährung übergangslos umstellen, aber bei einigen
Hunden hat es sich bewährt, die Umstellung langsamer anzugehen. Empfehlenswert
ist es, den Hund erst ein bis drei Tage fasten zu lassen und dann die rohe,
artgerechte Nahrung sanft einzuführen; d. h. in den ersten Tagen die Zutaten zu
trennen und leichtere Kost zu füttern, z. B. wenige, weiche Knochen, leicht
gedünstetes Gemüse und helles Fleisch wie Pute, Huhn oder Lamm. Auch ist es
empfehlenswert, mehrere kleinere Mahlzeiten zu füttern. Es gibt Hunde, bei
denen die Verdauung am Anfang nicht richtig funktioniert; in diesem Fall ist es
außerdem hilfreich, Verdauungsenzyme beizufüttern.
2. Kann ich Fertigfutter und Rohfutter
mischen?
Das
ist generell keine gute Idee, es gibt aber viele, die aus Angst vor
Mangelerscheinungen noch Fertigfutter zufüttern. Wenn Sie das tun, dann ist es
wichtig, das Rohfutter und das Fertigfutter nicht in einer Mahlzeit zu mischen.
Fertigfutter braucht in der Verdauung wesentlich länger als Rohfutter, und das
Mischen kann Blähungen, Verstopfungen und sonstige Verdauungsstörungen oder
sogar eine Magendrehung verursachen. Wenn Sie Fertigfutter und Rohfutter
füttern möchten, dann ist es ratsam, zwei Mahlzeiten zu geben; z. B. morgens
FeFu und abends roh.
3. Wie viel muss
ich füttern?
Die
Futtermenge ist sehr unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Alter, Rasse, Aktivitäten, Klima, usw. In der Regel benötigt der Hund 2 Prozent
seines Körpergewichts an Futter pro Tag. Das wären 600 g Futter für einen
30-kg-Hund (30 x .02). Davon sollten 60 – 75 Prozent Fleisch/ Knochen sein und
25 - 40 Prozent Gemüse, Innereien und andere Zutaten. Das wären für ein
30-kg-Hund 360 – 450 g RFK (rohe, fleischige Knochen) und 150 – 250 g
Gemüse/Innereien und sonstiges. Dies ist nur eine Richtschnur; meine beiden
jungen, aktiven 30-Kg-Hündinnen benötigen mindestens 800 g/Tag, meine ältere,
weniger aktive 30-Kg-Hündin braucht nur 500 g/Tag.
4. Wie stelle ich am besten
meinen älteren Hund um?
Bei
älteren Hunden sollte man die Umstellung langsam angehen; d. h. weniger Fett und
am Anfang leichtere Kost. Es ist bei älteren Hunden hilfreich, probiotische
Kulturen und Enzyme beizufüttern, um der Verdauung zu helfen und das Immunsystem
zu stärken.
5. Was ist mit
Salmonellen?
Salmonellen
sind eigentlich überall, auch im Hundedarm, aber Hunde werden in der Regel mit
solchen Bakterien gut fertig. Viele Menschen haben wegen der Salmonellengefahr
Angst, Huhn zu füttern, aber sie ist eher unbegründet. Denn der Hund hat einen
sehr kurzen Darm, und das Rohfutter wird schnell verdaut. Die Erreger werden
also wieder ausgeschieden, bevor es zu einem krankmachenden Befall kommen kann.
Ich füttere mittlerweile fast 20 Jahre roh und habe noch nie einen Fall von
Salmonellen erlebt. Das heißt nicht, dass es nicht vorkommen kann, nur ist es
äußerst unwahrscheinlich. Wenn man Huhn und Fertigfutter mischt, ist die Gefahr
größer, weil das Futter wesentlich länger im Darm sitzt. Laut Kymythy
Schultze (Autorin von "The Ultimate Diet") verbleibt Rohfutter 4 bis 5 Stunden,
Gekochtes 8 bis 10 Stunden und Trockenfutter bis zu 15 Stunden im
Darm.
6. Was ist eine
"Entgiftung"?
Da
die meisten Fertigfuttersorten minderwertige Zutaten enthalten, kann es zu einer
Ansammlung von Giften im Körper kommen, wenn Fertigfutter über längere Zeit
gefüttert wurde. Stellt man den Hund auf Rohkost um, kommt es oft anfangs oder
sogar nach einiger Zeit zu einer Art "Entgiftung", indem der Körper diese
angesammelten Gifte ausscheidet. Das kann sich durch verschiedene Symptome
äußern: Durchfall, Schleim im Kot, Juckreiz, Hautprobleme, Ohren- und Augenausfluss, Erbrechen oder übler Geruch. Unterstützen kann man diesen
Prozess, indem man das Immunsystem stärkt: mit Kräutern oder mit einer
homöopathischen Behandlung. Der Entgiftungsprozess kann den Hundehalter zur
Verzweiflung bringen, weil er langwierig sein und schlimm aussehen kann - hier
hilft nur durchhalten! Bei Hündinnen kommen Entgiftungsschübe vor, meistens zur
Zeit der Läufigkeit.
7. Mein Hund
trinkt jetzt weniger Wasser - sollte ich besorgt sein?
Nein,
das ist ganz normal. Fleisch und Gemüse bestehen großteils aus Wasser und
enthalten wenig Salz, so dass der Wasserbedarf wesentlich geringer ist als bei
der Fütterung von Trockenfutter.
8. Warum wird empfohlen
Fleisch und Getreide zu trennen?
Das
Mischen von Fleisch und Getreide kann Blähungen oder andere Verdauungsstörungen
verursachen, und zwar wegen der unterschiedlichen Verdaulichkeit dieser
Nahrungsmittel. Aus diesem Grund ist empfehlenswert, Fleisch und Getreide zu
trennen. Bei sehr magenempfindlichen Hunden ist es außerdem ratsam,
verschiedenartige Nahrungsmittel immer getrennt zu geben.
9. Kann man
Getreide füttern?
Das
Füttern von Getreide ist unter den Rohfutterexperten noch eine sehr umstrittene
Sache. Meine Meinung dazu: Getreide kann man, muss man aber nicht füttern, und in
bestimmten Fällen sollte man Getreide komplett meiden. Nach meiner Erfahrung
gibt es Hunde, die Getreide sehr gut vertragen und sogar sehr gerne essen, und
andere, die gar nicht mit Getreide zurechtkommen. Auf keinen Fall sollte man
Getreide in den Mengen (60 – 90 Prozent) oder in der so minderwertigen Qualität
füttern, wie sie bei Fertigfutter üblich sind. Der hohe Getreideanteil ist eines
der Hauptprobleme von Fertigfutter. Wenn Getreide, dann Vollkornflocken oder
Schrot, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht. Auf keinem Fall füttern sollte
man Getreide bei: Krebserkrankungen, Allergien (insbesondere
Futtermittelallergien), Epilepsie und Hefepilzbefall. Was gegen Getreide
spricht: Es ist eigentlich kein natürliches Futter für Hunde, es ist eines der
Hauptallergene bei Hunden, es kann blähen, und Getreide ist kohlenhydratreich.
Ein Hund braucht keine Kohlenhydrate, und sie werden vom Körper leicht zu
Glukose verwandelt, die wiederum Krebszellen ernährt. Was für Getreide
spricht: Es ist eine billige Nahrungsquelle, und viele Hunde vertragen Getreide
problemlos. In geringen Mengen ist Getreide sicherlich nicht
schädigend.
10. Muss ich
wirklich alles an Nahrungsergänzung beifüttern?
Nein,
müssen Sie nicht! Es wird oft zuviel an Nahrungsergänzung beigefüttert, was im
schlimmsten Fall zu einer Überversorgung mit bestimmten Vitaminen oder
Mineralien führt und bestenfalls eine Geldverschwendung ist. Es gibt eigentlich
wenige Nahrungsergänzungsmittel, die ich für notwendig halte: Vit. C und Vit. E
(Antioxidantien) wegen der erhöhten Umweltverschmutzung und wegen Stress;
Meeresalgen wegen der Spurenelementen; und essentielle Fettsäuren auch wegen
Umwelt, Stress, usw. Man muss bedenken, dass auch bei der Rohfütterung einige
Sachen fehlen; nur sehr selten bekommen unsere Hunde Haut, Fell, Köpfe oder Blut
mit ihrem RFK zu essen, und gerade diese Teile des Beutetieres enthalten viele
Vitamine, Fette, Mineralien und Spurenelemente. Dazu kommt, dass die von uns
verfütterten Beutetiere nicht in der freien Natur aufgezogen werden, sondern oft
mit billigem Industriefutter, was sich im Nährwert des Fleisches bemerkbar
macht.
11. Woher weiß
ich welche Nahrungsergänzungsmittel zu füttern sind?
Dazu
müssen Sie ihren Hund genau beobachten, um festzustellen, ob irgendwas in der
Diät fehlt. Eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt mit Blutbild ist eine gute
Möglichkeit, die Ausgewogenheit der Ernährung zu bestimmen. Ist hier eine
Mangelerscheinung zu sehen, kann das durch gezielte Nahrungsergänzung korrigiert
werden. Auch ist wichtig, dass Sie die Lebenssituation Ihres Hundes gut
einschätzen; ein Hund, der Sport treibt oder viel Stress ausgesetzt ist
(Zwingerhaltung mit vielen Tieren, Großstadt), hat einen erhöhten Vitaminbedarf;
junge, trächtige oder kranke Tiere bedürfen bestimmter
Nahrungsergänzungsmittel. Wasserlösliche Vitamine werden bei Überschuss vom
Körper ausgeschieden (Vit. C und B-Vitamine) und können nur schwer überdosiert
werden. Fettlösliche
Vitamine (EdeKA = Vit. E,
D, K, A) werden im Körper gespeichert, und Überdosierungen können genauso wie
Mängel der Gesundheit schaden. Es gibt inzwischen einige deutsche Bücher, worin
der Bedarf des Hundes an Vitaminen und Mineralien gut erläutert wird. Ein
Tierheilpraktiker oder Ihr Tierarzt kann hier auch behilflich sein. Eine
weitere Hilfe für Fragen zur Nahrungsergänzung ist die E-Gruppe "Gesundehunde", wo einige sehr
erfahrene Hundemenschen Ihnen kostenlos zu Rate stehen.
12. Wofür ist
Apfelessig gut?
Apfelessig
ist sehr mineralreich und hilft dem Körper bei der Entgiftung und Entschlackung.
Angeblich hilft er auch den Bakterienhaushalt zu regulieren und fördert die
Verdauung.
13. Wofür sind
Meeresalgen gut?
Meeresalgen
sind sehr reich an Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und Proteinen. Sie
enthalten durchschnittlich zehnmal mehr Mineralien als frisches Gemüse, sind
sehr reich an den Spurenelementen Jod, Kupfer und Zink - wichtig für
Schilddrüsenfunktion, Haut, Fell, Wachstum - und enthalten alle wichtigen
Aminosäuren. Meeresalgen sind außerdem eine gute Kalziumquelle. Die
bekanntesten Algen sind: Spirulina - eine Blaugrünalge, in der allen
lebensnotwendigen Aminosäuren vorkommen, mit sehr hohem Gehalt an ß-Karotin, B
1, B 12, Eisen und Chlorophyll. Fucus (Blasentang) - eine Braunalge, die
besonders jodreich ist. Laminaria - eine Braunalge, die die Aufnahme von
Magnesium fördert und wegen des Laminingehalts den Blutdruck senken
kann. Algen werden eingesetzt bei Darmproblemen, Durchblutungsstörungen,
Jodmangel, Arthrosen, Hautproblemen und als Nahrungsergänzung zur
Gesundheitsvorsorge.
14. Wann
sollte ich eine Kräutermischung füttern?
Es
sind mittlerweile sehr viele Kräutermischungen für Tiere auf dem Markt. Einige
sind sinnvoll und von guter Qualität, andere bewirken eher einen teuren
Stuhlgang. Kräuter können durchaus als sinnvolle Nahrungsergänzung dienen, sind
aber auch Arzneimittel, mit denen man umsichtig hantieren sollte. Kräuter mit
starker oder heilender Wirkung sollten nur als Kur gefüttert werden, um eine
Gewöhnung des Körpers oder gar eine Überdosierung zu verhindern. Es gibt bei
Kräutern sehr große Qualitätsunterschiede; von Industriequalität (für Kosmetika
und Seifen) bis zu Arzneiqualität, die sich zur Nahrungsergänzung oder als
Heilmittel eignet. Sie sollten sich von der Qualität Ihres ausgewählten
Produktes überzeugen oder eine Kräutermischung selber zusammenstellen aus
Kräutern von der Apotheke oder einem biologisch-organischen
Kräuterlieferanten. Kräuter können eine gute Quelle für Mineralien und eine
gute Vitaminergänzung sein. Z.B. ist die Hagebutte die Vitamin-C-reichste
Pflanze überhaupt. Alfalfa (Luzerne) enthält die Vitamine A, B 1, B 6, B 12, C,
D, E, K und U, Beta-Karotin, Pantothensäure, Biotin,
Folsäure, Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer,
Aminosäuren, und Spurenelemente. Es hilft bei der Geweberegeneration, wirkt
antibakteriell, hilft bei der Entgiftung, Darmproblemen, Diabetes und
Arthrosen. Eine Algen- und Kräutermischung von bester Qualität
(Apothekenqualität) finden Sie hier.
15. Wofür ist Neuseeland
Grünlipp Muschelextrakt gut?
Die
grünlippige neuseeländische Meeresmuschel enthält neben Mineralstoffen,
Spurenelementen und wertvollen Aminosäuren einen ungewöhnlich hohen
Anteil an GAGs (Glycosaminglykane), die die Regeneration von Knorpel und
Bindegewebe fördern. Dieses Muschelmehl ist sehr hilfreich bei allen
arthritischen Beschwerden und wirkt am besten, wenn die Zufuhr von Vit. C und
Vit. E sowie hochwertigen Fettsäuren gleichzeitig erhöht wird. Auch hierbei ist
auf Qualität zu achten! Neuseeland-Grünlippmuschel-Extrakt bekommen Sie hier.
16. Braucht der Hund unbedingt
Vit. C?
Laut
wissenschaftlicher Meinung produziert der Körper des Hundes ausreichend Vit. C,
aber ich glaube, heutzutage ist der Hund mehr Stress und Umweltgiften ausgesetzt
als seine wilden Brüder, und ich halte deshalb eine Ergänzung von Vit. C für
sinnvoll. Hierzu kann man Ascorbinsäure füttern, die billig ist, aber manchmal
den Magen reizt. Weitere Möglichkeiten sind Kalziumascorbat (magenschonender)
oder Hagebutten (natürlich). Bei Hagebutten ist der Nachteil, dass man sehr große
Mengen benötigt, wenn man z. B. 500 – 1000 mg Vit. C/Tag füttern möchte. Vit.
C stärkt das Immunsystem, hilft bei arthritischen Beschwerden und ist notwendig
für den Knorpel- und Knochenaufbau. In einer Studie mit 8 Verpaarungen von
Hunden, die mit HD vorbelastet waren, hat die Zugabe von hochdosiertem Vit. C
eine HD bei den Nachkommen zu 100 Prozent verhindert. Leider wurde eine solche
Studie nicht wiederholt, also kann man daraus nur bedingt einen Schluss ziehen.
Vit. C wird in Stressphasen stärker abgebaut, also sollte dann die Dosis erhöht
werden. Überdosierung kann Durchfällen verursachen; in diesem Fall muss reduziert
werden. Ich halte eine Dosis von bis zu 500 mg/Tag beim relativ gesunden Hund
für ausreichend und empfehle bei Arthrose bis zu 5000 mg kurzzeitig, danach auf
1000 - 2000 mg/Tag reduzieren.
17. Wofür sind
Verdauungsenzyme?
Verdauungsenzyme
helfen bei der Verdauung, indem sie die Nahrungsmittel in resorbierbare
Bestandteile aufspalten. Rohfutter hat Enzymaktivität, und der Körper hat über
die Bauchspeicheldrüse auch eine begrenzte Menge an Enzymen. Ein Hund, der von
Anfang an Rohfutter frisst, bedarf in der Regel keiner Enzyme als
Nahrungsergänzung, wurde ein Tier aber jahrelang mit FeFu ernährt, kann es sein,
dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig funktioniert. In diesem Fall ist
es sinnvoll, Enzyme zu füttern. Manchmal erholt sich die Verdauung nach einiger
Zeit so weit, dass die Enzyme wieder abgesetzt werden können. Bei einigen Hunden,
vor allem solchen mit chronischen Verdauungsstörungen oder degenerativen
Krankheiten, ist es notwendig, ständig Verdauungsenzyme
beizufüttern.
18. Was sind probiotische
Kulturen und wofür sind sie gut?
Über
den Verzehr fermentierter Lebensmittel nehmen wir eine große Anzahl an
Milchsäurebakterien auf. Sie können ihre positive Wirkung allerdings nur dann
entfalten, wenn sie die Magenpassage überstehen und in ausreichenden Mengen
lebend im Darm ankommen. Diese Fähigkeiten besitzen insbesondere probiotische
Kulturen. Probiotische Kulturen sind nützliche Milchsäurebakterien, die die
natürliche Balance der Darmflora beeinflussen können. Probiotika helfen, das
Gleichgewicht zwischen den "guten Bakterien" (Milchsäurebakterien) und den
"schlechten Bakterien" zu erhalten. Sie unterstützen die Barrierefunktion des
Darms gegen Bakterien, Pilze und Viren und damit die natürlichen
Abwehrkräfte. Probiotische Kulturen leisten einen wertvollen Beitrag zur
Ernährung und fördern aktiv Gesundheit und Wohlbefinden. Sie können zur
gezielten Nahrungsergänzung aufgenommen werden und so die tägliche Versorgung
optimieren. Probiotische Kulturen findet man in Milchprodukten wie
Joghurt.
19. Womit kann ich Kalzium
ergänzen außer Knochen und Eierschalen?
Besonders
kalziumreich sind folgende Nahrungsmittel: Meersalgen, Alfalfa, Melasse,
Sesampaste, Amaranth, Mandeln, Petersilie, Feigen, Löwenzahn, Kresse, Broccoli,
Ahornsirup, Spinat, Holunderbeeren, Endivien, Kohl, Sellerie, Bohnen, Linsen,
Salat, Brennnessel, Orangen, Erbsen, Radieschen, Hagebutten. Kalziumzitrat ist
ein gutverträgliches Kalziumpräparat zur Nahrungsergänzung. Um zu berechnen, wie
viel von Ihrem Kalziumpräparat Sie benötigen, nutzen Sie dieses Kalzium-Phosphor-Berechnungsprogramm. Milchprodukte
sind zwar Kalziumreich, haben aber auch einen recht hohen Phosphorgehalt, so dass
sie sich nicht zur Ergänzung oder zum Ausgleich von Kalzium
eignen.
20. Kann ich Fisch
füttern?
Fisch
ist ein durchaus geeignetes Hundefutter und ist besonders reich an
Omega-3-Fettsäuren. Thunfisch aus der Dose kann auch gefüttert werden, es ist
jedoch ratsam, ihn vorher gut abzuspülen wegen der Öle und Salze, mit er meist
zubereitet wird. Bei selbstgefangenen Fischen darauf achten, dass der Angelhaken
entfernt wurde!
21. Mein Hund frisst sein Gemüse nicht
- was soll ich tun?
Das
kommt vor! Manche Hunde fressen nicht besonders gerne Gemüse. In so einem Fall
versuchen wir es ihnen etwas schmackhafter zu machen. Dazu kann man etwas zum
Gemüse beifügen, das der Hund gerne frisst und das sich gut mit dem Gemüse
mischen lässt. Z. B. Leber mit dem Gemüse pürieren, Thunfisch, Käsestückchen,
Hüttenkäse, Quark, Joghurt, Buttermilch oder Hackfleisch. Am Anfang kann man nur
eine kleine Menge Gemüse zu den oben genannten Zutaten mengen, oder man kann zu
Fleisch/Knochen etwas feingehacktes Grünzeug mit einem Ei geben. Das Ei sorgt
dafür, dass das Grünzeug am Fleisch klebt und so mitgegessen
wird.
22. Warum muss ich das Gemüse
pürieren?
Hunde
können Zellulose nicht verdauen, und pflanzliche Zellwände bestehen aus
Zellulose. Damit der Hund pflanzliche Nahrungsmittel verdauen kann, müssen wir
die Zellwände zerstören. Eine Methode dafür ist, das Gemüse zu kochen,
einzufrieren oder leicht anzudünsten, was wiederum einiges an Enzymen und
Vitaminen zerstört. Deswegen ist es am besten, das Gemüse und Grünzeug roh zu
pürieren.
23. Kann ich Fleisch und
Gemüse mischen?
Fleisch
und Gemüse können problemlos gemischt werden; oft ist dies die beste
Möglichkeit, das Gemüse zu füttern. Bei Hunden, die starke Verdauungsprobleme
haben, ist es allerdings besser, Fleisch und Gemüse zu
trennen.
24. Sind Hühnerknochen nicht
gefährlich?
Rohe
Hühnerknochen sind nicht gefährlich, vorausgesetzt es ist noch ausreichend
Fleisch dran und es ist nicht Fleisch von alten Hühnern. Gekochte Hühnerknochen
sind jedoch sehr gefährlich, weil sie sehr hart und trocken sind und scharfe
Splitter bilden. Damit will ich nicht sagen, dass ein Hund an einem Hühnerknochen
nicht mal ersticken kann – aber die Panik wegen Hühnerknochen ist absolut
unbegründet. Ein Hund kann auch an einem Kauknochen oder an Trockenfutter
ersticken.
25. Mein Hund schlingt sein
Futter - was tun?
Das
kann am Anfang sehr erschreckend sein. Wichtig ist erst mal, dass der Hund in
Ruhe essen darf. Wenn Sie mehrere Hunde haben, kann der Futterneid dazu führen,
dass ein Hund schlingt. In diesem Fall ist es ratsam, die Tiere außer Sichtweite
voneinander zu füttern. Schlingt der Hund dennoch sein Futter, sollte man ihm
das Fleisch und die Knochen in so großen Stücken füttern, dass er sie unmöglich
hinunterschlucken kann, oder die Stücke festhalten, um ihn zum Abbeißen zu
zwingen. Vorsicht mit den Fingern dabei!
26. Kann ich Schweinefleisch
füttern?
Ich
würde davon abraten wegen der Aujezkyschen Krankheit, eines für den Hund
tödlichen Virus, mit dem das Schweinefleisch infiziert sein könnte. Wenn man
Schweinefleisch füttern muss, dann gut abkochen, das tötet den Erreger. In
Deutschland ist die Aujezkysche Krankheit noch nicht ausgerottet, und es wird
noch dagegen geimpft, wodurch es unmöglich ist festzustellen, ob das Schwein ein
Träger war. In der Schweiz gibt es weder die Aujezkysche Krankheit, noch wird
dagegen geimpft, also könnte man dort bedenkenlos Schweinefleisch
füttern.
27. Wie viel Kalzium, wie viel
Phosphor?
Der
Kalzium-Phosphor-Gehalt von Hundefutter sollte bei 1:1 bis 1,2:1 liegen. Bei
einer ausreichenden Knochenfütterung ist das kein Problem, sollten Sie es
trotzdem genau ausrechnen wollen, gibt es dazu im Internet ein super Kalzium-Phosphor-Berechnungs-Programm.
28. Mein Hund hat weniger
Stuhlgang - ist das normal?
Das
ist bei Rohfütterung ganz normal, da der Hund seine Nahrung viel besser
verwerten kann und keine billigen Füller wie Getreide oder Rote-Beete-Masse
enthalten sind. Ein angenehmer und umweltfreundlicher Nebeneffekt von BARF
(Biologische Artgerechte Rohe Fütterung).
29. Mein Hund hat weißen
Stuhlgang - ist das normal?
Das
ist bei der Fütterung von Knochen ganz normal. Sollte der Hund aber sehr pressen
beim Koten, muss man den Gemüse- und Fleischanteil erhöhen und den Knochenanteil
reduzieren.
30. Mein Hund ist verstopft -
was nun?
Wahrscheinlich
ist der Knochenanteil zu hoch. Anfangs tun sich einige Hunde mit der
Knochenverdauung schwer. In diesem Fall hilft es erst mal Kürbisfleisch zu
füttern, um den Hund zu lösen. Er sollte auch fasten, bis ein Stuhlgang erfolgt
ist. Bei starken Verstopfungen ist ein Tierarzt aufzusuchen! Einige
Diätpläne, wie z. B. der von Dr. Billinghurst, enthalten meiner Meinung nach zu
viele Knochen für mitteleuropäische Hunde. Bei der Ernährung sollte man das
Klima und die Herkunft der Tiere in Betracht ziehen - was für einen Wüstenhund
geeignet ist, ist eventuell ganz falsch für einen Hochgebirgshund. Ist der Hund
öfter verstopft, müssen unbedingt weniger Knochen gefüttert werden.
31. Warum hat mein Hund jetzt
Durchfall?
Am
Anfang kann es öfters zu Durchfällen kommen; da muss man aber klar zwischen
Durchfall (wässrig) und weichem Stuhlgang unterscheiden. Ist der Stuhlgang nur
weich, stellt sich dieses in der Regel mit der Zeit ein, wenn die Verdauung
wieder anfängt, normal zu arbeiten. Ist der Durchfall stark oder länger
anhaltend, ist ein Tierarzt aufzusuchen, da es sich hier um eine Erkrankung oder
Parasitenbefall handeln könnte.
32. Mein Hund hat Schleim um
den Stuhl - was ist das?
Mit
Schleim überzogene Faeces sieht man häufig nach der Umstellung auf Rohfutter;
das gehört zu den Entgiftungserscheinungen. Das Füttern von Milchprodukten kann
auch zu schleimigem Stuhlgang führen; in dem Fall ist es ratsam, die
Milchprodukte eine Weile nicht mehr zu füttern. Passiert dies nur anfangs oder
ab und zu, ist es kein Grund zur Sorge. Passiert es aber häufig, oder hört es
nicht auf, ist ein Tierarzt aufzusuchen! Es könnte sich um eine
Magen-Darm-Entzündung oder Parasitenbefall handeln und sollte per
Kotuntersuchung unbedingt abgeklärt werden.
33. Mein Hund bricht sein Futter -
was tun?
Es
gibt verschiedene Gründe, warum ein Hund bricht. Bricht er gelbe Galle, ist sein
Magen wahrscheinlich leer, und er hat Hunger. Manche Hunde vertragen einen
Fasttag schlecht und brechen dann Galle; in so einem Fall würde ich den Hund
nicht mehr fasten lassen. Bricht der Hund weißen Schaum, hat er möglicherweise
zuviel Wasser getrunken. Wenn der Hund schlingt, kann es passieren, dass er sein
Futter erbricht, um es dann erneut zu fressen. Das ist für uns zwar eklig, für
den Hund aber normal. Manche Hündinnen erbrechen ihr Futter für ihre Welpen -
das ist Natur! Erbricht der Hund anfangs öfter, ist zu überlegen, ob man
probiotische Kulturen und Verdauungsenzyme füttert, um ihn bei der Verdauung des
neuen Futters zu unterstützen. Hier helfen auch häufigere Mahlzeiten mit kleinen
Portionen. Sollte der Hund häufig oder sehr heftig brechen, dabei sabbern
oder offensichtlich Bauchschmerzen haben, ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen!
Im Zweifelsfall ist immer ein Tierarzt aufzusuchen.
34. Fasten - ja, nein, wie
oft?
Fasten
ist kein Muss in der Rohernährung. Ich habe zwar meine Hunde regelmäßig fasten
lassen, aber über die Jahre festgestellt, dass es Hunde gibt, die mit Fasten
nicht gut zurechtkommen. Beim Fasten versucht man lediglich, die Natur
nachzuahmen; Wölfe erlegen nicht jeden Tag Beute! Ein weiterer Grund für
Fasttage ist, dass man den Körper reinigt und die Verdauungsorgane ruhen lässt.
Die meisten Hunde kommen gut zurecht mit ein oder zwei Fasttagen alle 7 - 14
Tage - die meisten Hundebesitzer nicht. Sie ertragen den Anblick ihres
hungernden Lieblings einfach nicht. :) Fazit: Quälen Sie weder sich noch
Ihren Hund, wenn's klappt - gut, wenn nicht, ist es nicht weiter
schlimm.
35. Wie taue ich das Fleisch am
besten auf?
Am
besten lassen Sie tiefgefrorenes Fleisch langsam im Kühlschrank auftauen und
füttern die Säfte mit, denn sie enthalten viele Vitamine und Mineralien. Sie
können auch das Fleisch bei Zimmertemperatur oder in kaltem Wasser tauen lassen.
Ich vergesse manchmal, das Fleisch rechtzeitig aus der Tiefkühltruhe zu holen,
und muss es dann im Warmwasserbad auftauen - geht auch! Rohes Fleisch können Sie
noch füttern wenn es stark riecht oder verfärbt ist, die Hunde mögen es gerne
so, und es ist ungefährlich. Gekochtes Fleisch dürfen Sie jedoch nicht alt
werden lassen, das kann lebensgefährlich sein! Manche Hundebesitzer füttern
Fleisch, wenn es noch teilweise gefroren ist; das kann Durchfall verursachen
oder aber auch ganz unproblematisch sein; es ist von Hund zu Hund
verschieden.
36. Kann ich das Fleisch in der
Mikrowelle auftauen?
Fleisch
ja, Knochen nein. Die Mikrowelle kocht von innen nach außen und kann Fleisch und
Knochen innen schon gekocht haben, ohne dass Sie es merken. Füttern Sie lieber
Ihren Hund eine Weile später, als das Risiko einzugehen, gekochte Knochen zu
füttern.
37. Ist es möglich, dass mein
Hund eine Fettsäurenallergie hat?
Ein
Hund kann gegen alles mögliche allergisch sein. Wenn Sie eine Futterallergie bei
Ihrem Hund vermuten, können Sie per Ausschlussdiät feststellen, auf welche
Nahrungsmittel er allergisch reagiert. Es ist möglich, dass der Hund gegen ein Öl
allergisch reagiert und ein anderes gut verträgt. Bei Ölen ist auf Qualität zu
achten, vor allem bei Fischölen. Sie sollten Fischöle füttern, die mindestens
für den Humangebrauch zugelassen sind, da diese auf Schwermetall- und
Pestizidgehalt getestet sein müssen, was bei Tierprodukten nicht der Fall ist.
Gerade Fische, die aus verschmutzten Gewässern kommen, können Öle liefern, die
starke Hautreizungen auslösen. auch bei pflanzlichen Ölen ist auf die Qualität
zu achten. Ein hochwertiges Öl aus Fischöl, Leinsamenöl und Borretschöl
bekommen Sie hier.
38. Wie soll ich bei Reisen
roh füttern?
Das
kommt natürlich darauf an, wohin und wie lange man verreist. Auf Reisen per Auto
von weniger als zwei Wochen Dauer kann man tiefgefrorenes Fleisch mitnehmen. Das
Fleisch braucht in einer Kühlbox bis zu einer Woche zum Auftauen, den Rest kann
man im Boden vergraben, um Madenbefall und Gestank zu verhindern. Gemüse könnte
man in Dosen mitnehmen. Alle anderen Zutaten sind einfach mitzunehmen oder an
Ort und Stelle zu kaufen. Sie können natürlich auch in den meisten Orten Europas
Fleisch kaufen, nur kann das teuer werden. Ich nehme mein Fleisch immer mit und
grabe ein Loch in die Erde, lege das Fleisch hinein und überdecke es mit flachen
Steinen oder einem Brett und anschließend einer dünnen Erdschicht. In den warmen
Temperaturen in Südeuropa kann das ganz schön stinken, wenn man es wieder
ausbuddelt, also ist diese Methode nicht empfehlenswert auf dicht belegten
Campingplätzen. In einigen Küstengebieten bekommt man sehr günstig Fisch als
Alternative. Viele füttern dennoch in der Urlaubszeit Fertigfutter; wenn's
nicht anders geht, wird es dem Hund sicherlich auch nicht schaden. Schließlich
soll man sich im Urlaub auch erholen, also keinen Stress
deshalb!
39. Was ist mit der Gefahr
einer Magenumdrehung?
Es
ist tatsächlich so, dass bei einer rohen, artgerechten Ernährung die Chancen
einer Magenumdrehung wesentlich geringer sind. Dies beruht erst mal auf
Berichten von Züchtern und anderen Hundehaltern, weil es keine
wissenschaftlichen Studien über die Rohfütterung gibt, nur berichten Züchter von
großen Hunderassen wie Doggen, dass sie seit der Umstellung keine oder sehr
selten Magenumdrehungen erlebt haben. Ich selber habe weder bei meinen noch bei
Hunden, deren Besitzern ich bei der Umstellung geholfen habe, jemals eine
Magenumdrehung erlebt. Und das, obwohl meine ältere Hündin Jesse schon 3 - 4 kg
Fleisch geklaut und auf einmal verzehrt hat! Ich glaube, das verminderte
Risiko beruht auf zwei Umständen: Erstens quillt das Rohfutter im Magen nicht
auf und verursacht keine Gasbildung im Magen, und zweitens kauen die Hunde viel
sorgfältiger ihr Rohfutter und fressen deshalb deutlich langsamer. Ein weiterer
Punkt ist, dass es bei der Rohfütterung meistens zwei Mahlzeiten gibt; die
Verteilung der Menge auf zwei Fütterungen verringert auch bei FeFu die Gefahr einer
Magenumdrehung.
40. Rohfleisch macht böse -
oder nicht?
Das
ist tatsächlich ein Märchen. Im Gegenteil: Eine Umstellung auf artgerechte
Ernährung kann sogar helfen, sehr nervöse und aggressive Hunde etwas zu
beruhigen. Minderwertige Nahrung wirkt sich auch auf das Verhalten aus! Es kann
sein, dass ein Hund seinen Knochen vehementer gegen andere Hunde verteidigt als
eine Schüssel Trockenfutter, aber sein Verhalten seinem Besitzer gegenüber ist
eine reine Erziehungssache! Jeder Mensch, jedes Kind kann meinen Hunden einen
Knochen wegnehmen, denn sie haben verstanden, dass Menschen keine
Futterkonkurrenten sind. Hundebesitzer, die Vieh, z. B. Schafe, halten,
machen sich Sorgen, Schaffleisch an die Hunde zu füttern, weil sie befürchten,
die Hunde könnten zu Viehreißern werden. Ich hatte jahrelang eine Schafszucht
mit 500 Tieren, dazu Hasen, Ziegen, Gänse und Schweine. Meine Hunde arbeiteten
an der Herde und bekamen fast nur Schaffleisch zu essen. Abends aßen sie die
verendeten Lämmer, und nachts schliefen sie bei den Lämmern, die wir mit der
Flasche aufziehen mussten. Es hat nie ein Hund auch nur ansatzweise versucht, ein
Schaf oder ein Lamm zu töten.
41. Was kann ich als
"Leckerli" geben?
Das
Leckerli-Problem! Jahre habe ich gebraucht, um meinen Freunden beizubringen, dass
sie nicht immer irgendwelche Hundeleckerlis mitbringen sollen. Heute kommen sie
mit einer Packung Rosinen oder warten,
bis ich ein paar Würfel Fleisch geschnitten habe. Meine Hunde würden sich zwar
über den Besuch auch ohne Leckerli sehr freuen, aber es scheint in der Natur des
Menschen zu liegen, jedes Tier füttern zu wollen. Da gibt es bei der
BARF-Ernährung genug Möglichkeiten. Als Belohnungshäppchen beim Training sind
Käsewürfelchen bestens geeignet. Herz und Leber lassen sich auch schön in kleine
Würfelchen schneiden, allerdings koche ich sie leicht ab, damit sie nicht an den
Fingern kleben und so beim Training leicht verabreicht werden können. Als
Leckerli für zwischendurch tut's ein Stückchen Obst, Rosinen, Nüsse oder kleine
Stücke Fleisch. Es gibt auch viele Rezepte für Hundekekse zum Selberbacken, was
aber bei Getreideallergikern zu meiden ist. Sie können auch Fleischstreifen
trocknen und in Stücke schneiden, so sind sie recht lange haltbar.
42. Muss denn nicht jede
Mahlzeit ausgewogen sein?
Nein!
Es ist weder notwendig noch möglich, ausgewogene Mahlzeiten bei jeder Fütterung
zu geben. Eine solche Behauptung kann nur ein Tierfutterhersteller machen. Die
Ausgewogenheit findet über einen Zeitraum von etwa vier Wochen statt, wie es
auch in der freien Natur passiert. Bei einer rohen, natürlichen Ernährung ist es
deswegen nicht weiter schlimm, wenn ein Hund mal eine gewisse Zeit etwas
einseitig isst. Wenn Sie in Urlaub fahren oder wenig Zeit haben, können Sie
morgens z. B. einfach ein paar fleischige Knochen füttern.
43. Welches Öl soll ich
füttern?
Durch
die Fütterung von Fleisch mit Fett bekommt der Hund eigentlich genug
Omega-6-Fettsäuren, also sollte man zur Nahrungsergänzung Öle mit einem hohen
Omega-3-Fettsäuregehalt nutzen. Fischöl und Leinsamenöl haben den höchsten
Prozentsatz an Omega-3-Fettsäuren, wobei Fischöle reich an Eicosapentaensäure
(EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind. Wenn Sie mehr über Fischöl erfahren
wollen, klicken Sie hier. Ein weiteres Öl, das ich gerne
wegen seines hohen Gammalinolensäuregehalts einsetze, ist Borretschöl.
Gammalinolensäure (GLS) wird durch ein körpereigenes Enzym aus der ungesättigten
Linolsäure, die dem Körper über die Nahrung zugeführt wird, gebildet.
Funktioniert dieses Enzym nicht optimal oder enthält die Nahrung nicht genügend
Linolensäure, kann GLS nicht in ausreichenden Mengen gebildet werden. Dadurch
wird die Hautfunktion stark beeinträchtigt, denn GLS ist nicht nur ein wichtiger
Bestandteil der Haut, sondern dient auch als Vorstufe für die Bildung wichtiger
Gewebshormone. Ein solches Gewebshormon ist Prostaglandin E 1, von dem bekannt
ist, dass es entzündungshemmende und juckreizmindernde Eigenschaften
besitzt. Gammalinolensäure senkt darüber hinaus den Blutdruck, lindert
übermäßige Blutverklumpung, kann Ekzeme lindern und vermindert abnorme
Zellentwicklung (Krebs). Weitere Öle, die man füttern kann, sind Distelöl,
Olivenöl, Maisöl und Sonnenblumenöl, wobei diese Öle nicht so reichhaltig an
Omega-3-Fettsäuren sind wie Leinsamen- oder Fischöl. Schwarzkümmel-,
Nachtkerzen- und Hanföl enthalten auch Gammalinolensäure, aber Borretschöl ist
mit 20 – 24 Prozent Gammalinolensäure die beste Wahl. Wichtig ist es,
ausreichend Vit. E mit dem Öl zu füttern, um zu verhindern, dass die Fettsäuren
im Körper ranzig werden. Ein hochwertiges Öl aus Fischöl, Leinsamenöl und
Borretschöl mit ausreichendem natürlichem Vit. E (D-Alpha-Tocopherol) bekommen
Sie hier
44. Ist Knoblauch wirklich so
gesund?
Ja,
Knoblauch ist gesund. Knoblauch wirkt antibakteriell, aber auch antivirale und
antiparasitäre Wirkung wurde in Studien festgestellt. Die Knoblauchknolle
enthält Alliin und das Enzym Allinase. Allinase kann Alliin in Allicin
umwandeln; dieser geruchsintensive Bestandteil besitzt die meisten positiven
Eigenschaften. Der Einsatz von Knoblauch zur Prophylaxe von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Menschen ist vielfach bestätigt. Die
regelmäßige Einnahme von Allium sativum hält die Gefäße länger geschmeidig. Er
wirkt mild cholesterinsenkend, hemmt die Bildung freier Radikaler und aktiviert
die radikalenfangenden Enzyme. Und nicht zu vergessen ist bei der Aufzählung der
guten Eigenschaften des Knoblauchs die Wirkung seines hohen Gehalts an
ätherischen Ölen. Sie überdecken den Milchsäuregeruch, den Zecken und andere
Parasiten als Auslösemechanismus benötigen, und reduzieren so erfolgreich den
Befall. Quelle
45. Warum empfehlen so viele
Futterpläne Huhn?
Huhn
ist eine billige Nahrungsquelle, die in Deutschland auch gut zu bekommen ist.
Hühnerflügel und Karkassen haben eine ideale Zusammensetzung von Fleisch,
Knochen und Fett und werden vor allem von Dr. Billinghurst, dem wohl
bekanntesten Befürworter der BARF-Ernährung, empfohlen. Deswegen muss man nicht
nur Huhn füttern; Rind, Lamm, Pute, Hase, Wild usw. sind durchaus ein geeignetes
Hundefutter. In Zeiten von BSE ist es allerdings zunehmend schwierig, an
Rindfleisch für Hunde zu kommen, und da bietet sich Huhn als Fleischquelle
an.
46. Mein Hund frisst seinen Kot
- warum?
Es
gibt verschiedene Gründe, warum ein Hund seinen Kot frisst. Meistens frisst der
Hund seinen Kot, weil ihm was fehlt, was der Kot enthält. Im Kot sind Bakterien,
B-Vitamine und Enzyme, die dem Hund unter Umständen fehlen. Wenn ein Hund
regelmäßig seinen Kot frisst, kann es helfen, probiotische Kulturen und Enzyme zu
füttern. Versuchen Sie dem Hund Joghurt und Ananas zu füttern oder probiotische
Kulturen und Enzyme in Pulver- oder Tablettenform beizufüttern. Hilft dies
nicht, sollte man den Kot auf Parasiten untersuchen. Es gibt auch Hunde, die aus
Langeweile oder Gewohnheit ihren Kot fressen. Da hilft es nur, den Kot sofort
aus dem Gehege oder Zwinger zu entfernen und den Hund möglichst viel zu
beschäftigen.
47. Sind
ganze Eier nicht ungesund?
Nein,
sind sie nicht! Das wird oft erzählt, weil rohes Eiweiß Avidin enthält, welches das Vitamin Biotin
zerstört. Das ist aber unwesentlich, wenn das Eigelb mitverfüttert wird, weil
der hohe Biotingehalt des Eigelbs die Avidinwirkung übertrifft. Ganze Eier sind
außerdem sehr kalziumreich, wenn man die Schale mitfüttert.
48. Kann
ich Welpen von Anfang an roh Ernähren?
Ja,
das können Sie. Züchter berichten, dass natürlich aufgezogene Welpen langsamer,
gleichmäßiger und gesunder wachsen. Sie erscheinen "frischer" und aufgeweckter
und zeigen mehr Aktivität im jüngeren Alter als Welpen, die mit FeFu aufgezogen
werden. Hilfe zur Welpenaufzucht mit Rohfutter finden Sie hier.
49.
Welche Knochen kann ich füttern?
Bei
Hunden, die später im Leben umgestellt worden sind, sollte man sehr harte
Knochen meiden. Hat man die Möglichkeit, ganze Tiere zu füttern, kann man
bedenkenlos alle Knochen füttern, da das Fell und die Haut der Beutetiere den
Magen des Hundes auch schützen. Muss man Schlachtabfälle oder Huhn und Pute
füttern, sollte man die Röhrenknochen meiden und überwiegend Fleischknochen,
Rippenknochen oder Knorpel füttern. Bei Geflügel eignen sich Flügel, Rücken und
Hälse oder sogar ganze Hühner. Am Anfang sollte man vorsichtig sein, nur sehr
weiche Knochen füttern und beobachten, wie der Hund sie kaut. Ist er ein
Schlinger, sollte man erst mal sehr große Knochen geben, damit der Hund lernt zu
kauen, oder die Hühnerflügel und -hälse durch den Fleischwolf drehen. Knochen
sollten am besten noch recht viel Fleisch dran haben, damit der Magen etwas
geschützt ist. Wenn Sie sich bei der Fütterung von bestimmten Knochen nicht wohl
fühlen, dann füttern Sie sie nicht! Es bringt nichts, wenn Sie sich hinterher
stundenlang Sorgen machen, dass Ihrem Hund was passiert. In solchen Fällen können
Sie durch den Wolf gedrehte Knochen füttern oder durch Nahrungsergänzung die
Kalziumversorgung sicherstellen.
50. Kann
ich meine Katze roh ernähren?
Ja,
das können Sie! Katzen sind, im Gegensatz zu Hunden, wahre Karnivoren und
gedeihen prima mit natürlicher Ernährung. Allerdings ist es oft schwer, ältere
Katzen auf Rohkost umzustellen, denn durch das geruchs- und geschmacksintensive
Fertigfutter schmeckt ihnen natürliche Kost nicht mehr. Da hat man zwei
Möglichkeiten: Entweder lässt man die Katze fasten, bis sie die rohe Nahrung
annimmt (das kann dauern!), oder man fängt mit gekochtem Fleisch an und
reduziert über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen die Kochzeiten, bis sie
das Fleisch auch roh essen. Meine Katzen essen ausschließlich roh: Hühnerhälse,
Flügel, Herzen, Mägen, Rindfleisch, Thunfisch usw. Mein Kater Batman frisst sogar
Pansen und älteres Fleisch, aber er ist von klein auf natürlich ernährt worden!
Die meisten Katzen lehnen Fleisch ab, das nicht frisch ist. In nächster Zeit
wird auf meiner HP mehr zur Katzenernährung stehen, aber bis dann können Sie
einiges über die natürliche Aufzucht von Katzen bei www.catscountry.de lesen.
© S. Simon 2001
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